Die uralte Landwirtschaft in Bolivien blickt auf eine mehr als 2000-jährige Tradition zurück und wird vielerorts bis zum heutigen Tage unverändert betrieben. Wechselnde Anbauten, Auswahl der Arten, ausgefeilte Bewässerungssysteme, Kompostnutzung, natürliche Düngemittel, langfristige landwirtschaftliche Planung und gemeinschaftliche Bearbeitung der Ländereien sind einige der grundlegenden Prinzipien der ökologischen Bewegung und gehören zu den tief verwurzelten Bräuchen in der bolivianischen Landwirtschaft und in den Andenländern im allgemeinen.
Als die Spanier nach Amerika kamen, stiessen sie auf Kulturen mit hochentwickelter Landwirtschaft, die es bezüglich der Nutzung der Ländereien und der landwirtschaftlichen Produktion zu einer wahren Wissenschaft gebracht hatten. Die Vorstellung eines Lebens in Harmonie mit der Natur war und ist tief verankert. Im Gegensatz zu anderen koloniisierten Kulturen der Welt haben Aimaras und Quechuas ihre Bräuche und ihre Identität während und nach der Kolonisierung beibehalten. Bolivien ist eines der für die ökologische Landwirtschaft geeignetsten Länder. Es erstreckt sich über unterschiedliche Ökosysteme auf Höhen zwischen 800 müNN bis 5000 müNN, die den Anbau unterschiedlicher Produkte auf den für eine ökologische Herstellung besten Höhenlagen ermöglicht. Die pflügbaren und ständig beackerten Ländereien machen gegenwärtig nur 6% der gesamten Agrarfläche aus, die restlichen 94% entfallen auf ungenutzte Ländereien, die ein grosses Potenzial für eine ökologische Landwirtschaft darstellen, da es sich um Urland handelt.
Aufgrund der ständig wachsenden Nachfrage nach organischen Lebensmitteln in der Welt sind wir fest davon überzeugt, dass die landwirtschaftliche Zukunft Boliviens im ökologischen Anbau liegt und dass die Gründung von Unternehmen für die Verarbeitung dieser Art Erzeugnisse für unser Land eine echte Chance bietet, die Armut zu überwinden.
